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Trampeltier (Kamel)
 

Lat. : Camelus ferus batricans
Engl.: Two-humped camel


VerbreitungWildform: Wüste Gobi (Mongolei),
Hausform: Klein- bis Ostasien
SystematikPaarhufer, Schwielensohler, Altweltkamele
LebensraumHalbwüste, Trockensteppen
Ernährungharte Gräser, Zweige
Tragzeit12-13 Monate
Höchstalter25 Jahre
Körpergewicht450-600Kg
Höhe (Höcker)ca. 2,3m
BestandWildform fast ausgerottet
Besonderheitovale Blutkörperchen

Das Trampeltier wird schon seit dem 4. und 3. Jahrhundert vor Christus als Haustier genutzt. Es wurde z.B. auch auf der legendären Seidenstraße durch die Wüste Taklamakan eingesetzt. Genutzt wurde es vielseitig: als Reit- und Lasttier oder als Fleisch-, Milch- und Wollieferant.

Das Trampeltier ist an die Bedingungen der Wüste sehr gut angepaßt. Angefangen von extrem langen Wimpern, als Schutz gegen Sandkörner bis hin zu den speziell ausgebildeten Schwielensohlen, deren große Auftrittsfläche ein Einsinken der schweren Tiere im weichen Sand verhindern. Obwohl die Kamele auch Wiederkäuer sind, gehören sie nicht zur eigentlichen Gruppe der Wiederkäuer. Ihr Wiederkäuen ist eine analoge Entwicklung.

Ihre bemerkenswerteste und teilweise eher legendäre Fähigkeit ist das Vermögen trotz extremer Temperaturen sehr lange Zeit ohne Wasser auszukommen. Oft wird noch davon ausgegangen, daß das in den Höckern gespeicherte Fett ein Wasserspeicher darstellt. Dies erscheint zunächst plausibel, wird Fett im Körper doch zu CO2 und Wasser abgebaut. Bedenkt man jedoch, daß hierzu der notwendige zusätzliche Sauerstoff durch eine verstärkte Atmungstätigkeit und somit einem erhöhten Energieaufwand erkauft werden muß, erscheint dies eher unwahrscheinlich. Man kann eher davon ausgehen, daß das in den Höckern gespeicherte Fett eine Energiereserve darstellt. Ein unterernährtes Kamel hat keine Höcker mehr. Frißt es wieder normal, so werden sie wieder aufgebaut.

Zusätzlich ist der Wasserhaushalt der Kamele besonders geregelt. Beim Menschen z.B. wird beim Schwitzen das Wasser dem Blut entnommen. Dieses dickt dadurch immer weiter ein, bis es schließlich zu einem Kreislaufversagen kommt. In der Regel ist ein Verlust von 14 Gewichtsprozent an Wasser (bezogen auf das Körpergewicht) beim Menschen tödlich. Kamele hingegen können bis zu 40% ihres Körperwassers verlieren. Dies ist möglich, da bei ihnen das Wasser nicht einseitig dem Blut sondern gleichmäßig allen Köperflüssigkeiten entnommen wird. Dieses Defizit wird beim Trinken wieder ausgeglichen. Kamele trinken also nicht "auf Vorrat", sondern haben nur eine größere Toleranz gegenüber Wasserverlust.

Desweiteren reagiert der Temperaturregelungsmechanismus der Kamele anders als der anderer Tiere. Sie vertragen Schwankungen der Körpertemperatur bis zu 7 Grad Celsius. Erst ober- bzw. unterhalb dieser Grenze setzen Regulationsmechanismen, wie z.B. Schwitzen oder Zittern ein. Dies trägt auch direkt zur Rationalisierung der Termoregulation bei, da der Körper in der Nacht abkühlt.

Die Kamelstuten versuchen bald nach der Geburt ihre Jungen durch Tritte zum Aufstehen zu bewegen. Die Stillzeit beträgt ca. 1 Jahr.