AnzeigeFaszination China
Okapi
 

Lat. : Okapia johnstoni
Engl.: Okapi


Verbreitung des Okapi:

Verbreitungbeschränkt auf äquatoriale Regenwälder im Norden, Zentrum und Osten Zaires
SystematikKl.: Säugetiere, Ordn.: Paarhufer, Ü.fam.: Giraffenartige, Fam.: Giraffen, Gatt.: Kurzhals- od. Waldgiraffen, Art: Okapi
Lebensraumdichter Regenwald; bevorzugt dichtes Unterholz (auch Sekundärwald), im Wald oft an den Ufern von Flüssen und Bächen beobachtet; bevorzugen festeren Boden
Ernährungwählerisch; Blätter, Knospen, Triebe, Gräser, Farne, Früchte, Pilze, bevorzugt Euphorbiaceaen (Wolfsmilchgewaechse; auch für Menschen giftige), Maniok- und Batatenpflanzen; gerne auch Aufnahme von salz- und schwefelhaltigem Ton
Tragzeit427-457 Tage
Junge pro Geburt1
Höchstalter30 Jahre (in Menschenhand)
Körpergewicht210-250kg
Wideristhöhe1,5-1,7m
Kopf-Rumpf-Länge1,9-2m
Schwanzlänge (ohne Quaste)30-42cm
Bestand(wahrscheinlich noch) nicht bedroht; weltweit in Zoos ca. 80 Tiere

Obwohl es schon lange von den Pygmäen gejagt wurde, blieb das Okapi von der Wissenschaft lange Zeit unentdeckt, da es in einem schwer zugänglichen Gebiet eine versteckte Lebensweise führt. Erst im Jahre 1901 wurde es von Sir Harry Johnston entdeckt, der im damaligen Belgisch-Kongo (dem heutigen Zaire) Gerüchten über ein unbekanntes pferdeähnliches Tier nachging. Da kein Europäer eines dieser Tiere bis dahin tot oder lebend zu Gesicht bekommen hatte, erwartete man aufgrund der von Fell-Gürteln und aus Habitus-Beschreibungen bekannten Zebrazeichnung der Hinterläfe zunächst lediglich eine noch unbekannte Einhuferart zu finden. Die Aufregung war demzufolge groß, als man feststellte mit dem Okapi den letzten noch lebenden Verwandten der (Langhals-) Giraffen gefunden zu haben.

Wie ihre großen Verwandten die Langhalsgiraffen besitzen zumindest die Okapi-Männchen zwei fellummantelte Hörner, die jedoch meist verschieden lang sind. Mit der Zeit wetzt sich das Fell an den Spitzen ab, so daß dort der Knochen blank liegt. Die Zunge ist so lang, daß sie die Augen erreichen kann und dient zum regelechten "Pflücken" der Nahrung. Dies erklährt auch seine Vorliebe für die dichten Sekundärwälder und Ufer, da es aufgrund seines kurzen Halses auf Waldbereiche mit Büschen und jungen Baumtrieben angewiesen ist. Zusammen mit der großen Beweglichkeit des Halses (er ist um über 180 Grad drehbar) ermöglicht die Zunge die fast lückenlose Säuberung des gesamten Körpers. Durch ein von der Haut ausgeschiedenes Fett erscheint das Fell gläzend und glatt. Die Zebrazeichnung der Hinterbeine ist sehr variabel und unterscheidet sich sogar auf den beiden Körperseiten. Wie die Langhalsgiraffen sind auch die Okapis Paßgänger. Ihre kurzen und harten Paarhufe deuten auf eine Bevorzugung festerer Böden hin. Ebenso wie die Langhalsgiraffen sind die Okapis Wiederkäuer, besitzen eine 4-kammerigen Magen und keine Gallenblase. Weibchen haben 4 Zitzen.

Jedes adulte Tier beansprucht ein ca 2,5 qkm großes Revier, welches von Männchen an seinen Grenzen durch Harn markiert wird. Während der Brunft oder an Reviergrenzen kann es zu Auseinandersetzungen kommen, bei denen sie wie ihre großen Verwandten mit Hals und Kopf gegen den Rumpf des Gegners schlagen. Bei der Suche nach Nahrung wird täglich ca. 1km zurückgelegt. Die Bestandsdichte wird auf 1-2,5 Tiere pro qkm geschätzt.

Die Geschlechtsreife setzt bei den Okapis im dritten Lebensjahr ein. Außer in der Brunft sind die Tiere Einzelgänger, aber auch zu dieser Zeit bilden sich höchstens Paare. In Menschenhand dauert die Paarungsbereitschaft der Weibchen bis zu einem Monat an. In ihrem natürlichen Lebensraum ermöglicht dies dem Männchen paarungswillige Weibchen zu finden und die Aggressionen zwischen den sonst einzelgängerisch lebenden Tieren abzubauen. Das nach einer 14-15 monatigen Tragzeit zur Welt gebrachte Jungtier weist gegenüber den adulten Tieren mit braunem Fell zunächst eine schwarze Fellfarbe auf. Die Mutter und das in den ersten Lebenswochen noch im Dickicht versteckt gehaltene Jungtier halten stimmlich Kontakt. Gegen Angriffe wird es durch die Mutter mittels Schlägen der Vorderhufe. Größter Feind der Jungtiere ist der Leopard.

Obwohl über die tatsächliche Zahl der Okapis in Zaire keine gesicherten Angaben existieren, steht es doch schon seit 1933 unter Schutz. Nicht zuletzt seine versteckte Lebensweise erschweren Beobachtungen oder Zählungen. Der Einfluß der traditionellen Bejagung durch die Pygmäen ist unbedeutend, da diese nur eine verhältnismäßig geringe Zahl von Tieren für den eigenen Bedarf jagen. Bedrohlicher erscheint in diesem Zusammenhang die kommerzielle Wilderei und vor dem aktuellen Hintergrund der nahezu anarchischen Verhätnisse in Zaire seit den Unruhen im Herbst des Jahres 1996 die Bejagung durch marodierende Gruppen von Soldaten der Zairischen Armee. Problematisch erscheint hier der Umstand, daß der Schwerpunkt der Unruhen im Nordosten Zaires mit dem Hauptverbreitungsgebiet der Okapis zusammentrifft. Eine im Ituri-Wald gelegene Forschungs- und Zuchtstation ist vor einiger Zeit von Soldaten der Armee geplündert worden. Inzwischen ist sie wieder stabilisiert und man hofft, die Arbeit dort trotz der weiterhin unsicheren Situation bald wieder aufnehmen zu können.

In einen europäischen Zoo (Antwerpen) gelangte ein lebendes Okapi das erste Mal im Jahr 1919. Wiederum der Antwerpener Zoo konnte im Jahr 1954 die erste vollständige Austragung eines Okapikalbes in Menschenobhut vermelden. Das erste Okapi in Deutschland konnte 1956 in Frankfurt bewundert werden.

Heute leben in den Zoos der Welt ca. 80 Tiere, mit denen auch gezüchtet wird. Problematisch ist zur Zeit ein deutlicher Überhang an männlichen Tieren. Die in der Zuchtstation im Ituri-Wald geborenen Okapis werden teilweise abgegeben. Die hieraus erzielten Einnahmen kommen dem Schutz des Zairischen Regenwaldes zugute.

In Deutschland können Okapis beispielsweise im Zoologischen Garten Köln besucht werden.