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Goldgelbes Löwenäffchen
 

Lat. : Leontopithecus rosalia rosalia
Engl.: Golden Lion Tamarin


SystematikKlasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Echte Affen (Simiae)
Subordnung Breitnasen- oder Neuweltaffen (Platyrhina)
Familie Krallenaffen (Callthrichidae)
gehört zur Gruppe der Tamarine
Verbreitungatlantische Tieflandregenwälder des brasilianischen Staates Rio de Janeiro
LebensraumPrimär- und Sekundärregenwald
MerkmaleKrallen statt Nägel (bis auf Großzehe) als Spezialisierung an das Leben in Bäumen
seitwärts gerichtete Nasenlöcher, durch eine breite Nasenscheidewand getrennt
geringe Unterschiede in der Körperform beider Geschlechter
ErnährungInsekten, Spinnen, Früchte, Baumsäfte, Blüten, Blätter, Nektar, Eidechsen, Eier, Nestlinge, Baumfrösche
Reviergrößen10-40ha, abhängig vom Nahrungsangebot
Sozialstruktursoziale Gruppen, die aus einem Elternpaar und seinem Nachwuchs, d.h. insgesamt bis zu 15 Tieren besteht
KommunikationDuftmarkierungen, Gesichtsmimik, Körperhaltung, unterschiedliche Stufen des Haaresträubens, vielfältig abgestufte, schrille, vogelähnliche Lautäßerungen
Tragzeit132-145 Tage
Junge pro Geburt1-2, selten 3
Höchstalterin Wildbahn nicht bekannt; 7-16 Jahre in Menschenhand
Körpergewicht380-700g
Kopf-Rumpflänge20-34cm
Gefährdungvom Aussterben bedroht; durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt

Sozialverhalten (allgemein für Krallenaffen):

Die Gruppen scheinen von je einem Männchen und einem ranggleichen Weibchen geführt zu werden, wobei sich in den Gruppen zwei nach dem Geschlecht getrennte Rangordnungen ausbilden. Die Ranghöhe wird durch Beißkämpfe bzw. Drohaktionen festgelegt und stabil gehalten. Dazu dienen auch die verschiedensten Imponiergesten wie Zähnedrohen, Ohrenklappen, Körperaufrichten zum "Katzenbuckel" und schließlich das Markieren bestimmter Stellen im Gelände mit dem Duftsekret von Geschlechtsdrüsen, Entsprechend der zwei Rangordnungen finden diese Auseinandersetzungen fast ausschließlich zwischen Tieren gleichen Geschlechts statt.

Besonders bemerkenswert ist das Rangritual dieser Tiere durch das Präsentieren der Geschlechtsteile, die mit dem Aufrichten des Schwanzes zur anschließenden Geruchsinspektion dem Rangniederen dargeboten werden. Der so angedrohte Gegner nähert sich dem präsentierenden Oberen in ängstlich geduckter Haltung und stößt dabei zwitschernde Angstlaute aus, Manchmal wagen stark unterlegene Kollegen nur die Schwanzspitze des Bosses zu beriechen, Männliche Ranghöhere signalisieren darüber hinaus ihren sozialen Status noch optisch durch ihren leuchtendbunt gefärbten Hodensack.

Wie bei vielen Affen, so spielt auch bei den Callithrix-Arten die gegenseitige Hautpflege(soziale Fellpflege : engl. "Grooming") eine wichtige Rolle zur Sicherung der Beziehungen im sozialen Verband. Die Aufforderung zum Grooming erfolgt durch scharfes Anblicken des Partners und demonstratives Körperdehnen. Bei dieser Fellpflege werden salzhaltige Hautschuppen, Fremdkörper u.ä., abgeleckt bzw., mit den Fingern abgelesen; und auch der Paarung kann ein solcher gegenseitiger Liebesdienst vorausgehen, Dabei wird die Rolle der Zunge manchmal grotesk übertrieben dargestellt: Beim "Liebesschmatzen". wird die Zunge unter übertriebenen Kaubewegungen rhythmisch aus dem Mund herausgestreckt, und manchmal wird sogar ein regelrechter "Zungenkuß" daraus. Gefährdung. Die Situation der verschiedenen Krallenaffen ist sehr unterschiedlich. Während manche noch recht häufig sind, sind andere Arten unmittelbar von der Ausrottung bedroht, so der Springtamarin (Callimico goeldii), der Weißschulterseidenaffe(Callithrix humeralifer), der Gelbkoplbüschelaffe (Callithrix aurita), der Weißgesichtseidenaffe (Callithrix geoffroyi), der Lisztaffe (Saguinus oedipus) und auch der Löwenaffe (Leontopithecus rosalia), Der Springtamarin und die Löwenaffen werden durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt.

Besonderheit (allgemein für Krallenaffen):
Nur das Alpha-Weibchen der Gruppe hat Nachwuchs, die Fortpflanzung der anderen Weibchen wird durch Pheromone (in Duftmarken der Genitaldrüse des Alpha-Weibchens) unterdrückt. Dominante Weibchen bringen zweimal im Jahr Zwillinge zur Welt. Alle Gruppenmitglieder tragen die Jungen (Vater 53%, Mutter 32%, Geschwister 15%). Die ausgewachsenen, geschlechtsreifen "Helfer" die in der Familiengruppe bleiben, sammeln, indem sie bei der Aufzucht jüngerer Verwandter helfen, Erfahrungen für die erfolgreiche Aufzucht ihres küftigen eigenen Nachwuchses. Darüberhinaus sind Geschwister untereinander (wie auch mit den Eltern) im statistischen Mittel zu 50% genetisch identisch. Wenn ein jüngerer Krallenaffe einem neuen Geschwister auf eigene Kosten zu besseren Überlebensaussichten verhilft, so kann er im Prinzip ebensoviel für die Verbreitung seines Erbgutes leisten, als wenn er - mit vermutlich geringerem Erfolg - sich selbst fortzupflanzen versuchte.


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