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Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
 

4. Wissen und Forschung: Voraussetzungen für den Naturschutz

Zoologische Gärten waren schon immer und sind weiterhin wichtige Stätten wissenschaftlicher Forschung. Alle Zoos werden aufgefordert, ihre Tierbestände ethisch vertretbaren Forschungsarbeiten zugänglich zu machen. Wissenschaftler werden aufgefordert, die Forschungsmöglichkeiten, die die Zoos bieten, zu nutzen.

Sowohl Zuchtpopulationen der Zoos wie in situ-Populationen bedürfen profunder wissenschaftlicher Kenntnisse vieler Disziplinen der Biologie und der Veterinärmedizin. Großes Wissen wurde während der letzten hundert Jahre angesammelt, aber noch bleibt vieles zu erforschen. Da die Forschungsmöglichkeiten des einzelnen Zoos und seiner Mitarbeiter begrenzt sind, sollte die Kooperation mit Forschungsinstituten, Universitäten und Naturschutzorganisationen gesucht werden. Zoologische Gärten sowie Forschungs- und Naturschutzeinrichtungen werden aufgefordert, mehr finanzielle Mittel für die Forschung im Zoo aufzubringen.

Angesichts der begrenzten Forschungsmittel müssen die Zoos Prioritäten in der Forschung festlegen. Die einzelnen Zoos, die Koordinatoren und die regionalen Organisationen der Zuchtprogramme müssen hierbei mitwirken. Auch die Captive Breeding Specialist Group der IUCN/SSC kann bei der Erstellung integrierter Forschungspläne behilflich sein.

Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie regt die Einrichtung von Materialsammlungen und Datenbasen von Forschungsergebnissen an, um eine effektive Forschung in Zoos zu ermöglichen. Forschungsergebnisse sollten außerdem nicht nur in wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften veröffentlicht werden, sondern den Zoos in einer leicht zugänglichen Weise Zur Verfügung gestellt werden, so daß ihre Anwendung in der Praxis sichergestellt ist. Forschungsergebnisse sollten auch nicht nur in internen Berichten dokumentiert werden, sondern soweit wie möglich in der Zoo- und Nazurschutzgemeinschaft verbreitet werden.

In Zoos gewonnene Erkenntnisse sind nicht nur für diese wichtig, sondern können auch für den in situ-Naturschutz von Bedeutung sein. Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie ruft die Zoogemeinschaft daher auf, ihre Kenntnisse dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen, und wenn eben möglich, diesen Beitrag zu verstärken. Naturschutzorganisationen werden aufgerufen, in Zoos gewonnene Erkenntnisse voll zu nutzen und die Forschung in Zoos zu unterstützen, da ex situ- und in situ-Forschung zum Nutzen des Naturschutzes verwoben sind.


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Artikel übernommen aus:
Zeitschrift des Kölner Zoo; Heft 1, 37. Jahrgang, 1994; Autor: IUDZG (Die Welt-Zoo-Organisation)