AnzeigeFaszination China
Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
 

2. Bildung und Erziehung: eine wesentliche Aufgabe des Naturschutzes

Die große Menge an Besuchern bietet den Zoos hervorragende Möglichkeiten, das öffentliche Bewußtsein für die unersetzlichen Werte der Natur zu schärfen. Bildung und Erziehung sind daher wesentliche Naturschutzaufgaben der Zoos und ihrer Zoopädagogik.

Lebende Tiere, welche die Besucher anziehen, bilden die Grundlage für die Zoopädagogik. Der Erholungszweck eines Zoobesuches und die wirkungsvolle Bildung und Erziehung verbinden sich in harmonischer. Die Attraktivität der lebenden, oft charismatischen Tiere ist der Ausgangspunkt für das Interesse der Besucher an den subtilen Beziehungen und Gleichgewichten der lebenden Welt.

Das Zoopublikum ist nicht nur groß, sondern auch in seiner Zusammensetzung breit gefächert, und es repräsentiert alle Ebenen und Bereiche der Gesellschaft. Die Zoopädagogik muß daher auf sehr verschiedenartige Gruppen ausgerichtet sein, keineswegs nur auf Kinder. Menschen aus sehr vielfältigen Bildungseinrichtungen nutzen das Angebot der Zoos und bilden so spezifische Zielgruppen für die Zoopädagogik. Diese Bildungseinrichtungen reichen von Kindergärten bis hin zu Universitäten. Aufgrund der Verschiedenartigkeit der Zielgruppen müssen Zoopädagogen über große Fähigkeiten, Kreativität sowie ein weites Spektrum sehr unterschiedlicher pädagogischer und didaktischer Methoden verfügen. Folglich muß sich die Zoopädagogik zu einer eigenständigen Disziplin und Berufssparte weiterentwickeln.

Eine unerschöpfliche Reihe biologischer und anderer Themen kann durch die Zoopädagogik behandelt werden. Dazu gehören sowohl klassische Themen wie Anpassungen von Tieren, Verhalten, Reproduktion und Ernährung wie auch komplexere Themen wie Evolution und Ökologie. Die Naturschutzthemen sind von besonderer Bedeutung innerhalb der Bildungsprogramme der Zoos. Die Programme können erläutern, wie leicht die sensiblen Beziehungen in den natürlichen Lebensräumen und Ökosystemen durch menschliche Einflüsse gestört werden, und die Zusammenhänge zwischen menschlicher Konsum- und Lebensweise und dem Überleben von Arten und biologischen Systemen auf zeigen. Von Zoos durchgeführte Arten- und Naturschutzprojekte sowie Forschungsaktivitäten stellen lebendes Anschauungsmaterial für die Naturschutzerziehung im Zoo und knüpfen direkte Verbindungen zur Praxis des Naturschutzes.

Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie meint, daß die Bildungsprogramme der Zoos die starke Unterstützung von Behörden und Naturschutzorganisationen verdienen. Die Strategie spezifiziert aber auch eine Reihe wichtiger Bedingungen für eine gute zoopädagogische Arbeit der Zoos, wie etwa die Notwendigkeit eines professionellen Vorgehens, die Kenntnis der Zusammensetzung und der Motivation des Publikums, klar umrissene Bildungskonzepte für den Zoo und die Durchführung von Erfolgskontrollen. Die Einhaltung hoher Standards in Tierunterbringung und -haltung als Voraussetzungen für Wohlbefinden und natürliches Verhalten der Zootiere ist für eine erfolgreiche Zoopädagogik von ausschlaggebender Bedeutung. Außerdem wird der Austausch von Informationen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Zoopädagogik zwischen Zoos aus allen Teilen der Welt die Effektivität des weltweiten Zoonetzes auf dem Gebiet der Naturschutzerziehung erhöhen.


[Weltnaturschutzstrategie: Index] [Vorherige] [Naechste]

Artikel übernommen aus:
Zeitschrift des Kölner Zoo; Heft 1, 37. Jahrgang, 1994; Autor: IUDZG (Die Welt-Zoo-Organisation)