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EEP - Europäische Erhaltungszuchtprogramme
 

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Tiere für Zoologische Gärten

Grundlage zur Erfüllung der Aufgaben Zoologischer Gärten ist die Haltung lebender Wildtiere. In früheren Zeiten war es recht einfach, den Tierbestand eines Zoos immer wieder durch den Import von Wildfängen zu ergänzen. Dies ist heute aus verschiedenen Gründen kaum noch möglich. Erstens sind viele Tiere in ihrem zerstörten, zerstückelten und verkleinerten Lebensräumen außerordentlich selten geworden. Selbst wenn Zoos große Summen von Geld aufwenden würden, solche Tiere der Natur zu entnehmen, wäre es sehr schwierig, sie überhaupt zu finden. Zweitens gibt es heute internationale Übereinkommen, die den Handel mit Wildtieren kontrollieren und bedrohte Tierarten dadurch unter strengen Schutz stellen. Drittens fühlen sich die heutigen Zoos verpflichtet, die Einfuhr von Wildfängen, ob die Arten bedroht sind oder nicht, auf das absolut notwendige Minimum zu begrenzen.

Zoologische Gärten sind daher bemüht, sich selbst erhaltende Populationen der von ihnen gehaltenen Tiere aufzubauen, um unabhängig von der Zufuhr aus der Natur zu werden. Hierzu bedarf es eines effizienten tiergärtnerischen Managements, das sich auf drei verschiedenen Ebenen abspielt. Auf der untersten Ebene wird für das Wohlbefinden und ein langes Leben eines jeden Einzeltieres gesorgt. Auf der zweiten Ebene geht es um die Zusammenstellung von Zuchtpaaren und -gruppen, um Fortpflanzungserfolge zu erzielen, als Grundlage für den Bestand der Betreffenden Tierart in der Zukunft. Schließlich muß die gesamte über viele Zoos verteilte Population einer Tierart auf weltweiter Ebene gemanagt werden.

Die beiden ersten Ebenen haben mit der Bestandsgröße einer Tierart zu tun. Eine adäquate Populationsgröße kann nur erzielt werden, wenn die Einzeltiere genügend lange leben und sich erfolgreich fortpflanzen. Das moderne Zoomanagement widmet seine Aufmerksamkeit daher in besonderer Weise Fragen der artgerechten Haltung, Unterbringung, Ernährung, Gesunderhaltung und der Zusammenstellung geeigneter Zuchtpaare und -gruppen. Der Tiergärtner greift hierbei auf Kenntnisse und Erfahrungen zurück, die in mehr als 150 Jahren Zoogeschichte gesammelt wurden. Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Zoologie wie der Veterinärmedizin werden weiter gesammelt und zwischen den Zoos ausgetauscht. Kommunikation und Kooperation sind daher für das moderne Zoomanagement eine wichtige Voraussetzung.

Die dritte Ebene des Zoomanagements hat weniger mit der Quantität als der Qualität der Tierpopulation im Zoo zu tun. Für die Erhaltung bedrohter Tierarten ist nämlich nicht nur eine genügende Anzahl von Tierindividuen erforderlich. Vielmehr kommt es darauf an, die ursprünglichen Merkmale, wie sie auch in Freilandpopulationen vorhanden sind, bei Zootieren zu erhalten. Dies ist keine einfache Aufgabe, und erfordert die Bildung kooperativer Erhaltungszuchtprogramme.


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